TIPPS UND TRICKS FÜR DAS ERFOLGREICHE VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben es geschafft mit Ihrer Bewerbung zu überzeugen und wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Damit haben Sie schon viel erreicht und können sich erst einmal darüber freuen.

Nach der Freude kommt die Aufregung vor dem Vorstellungsgespräch

Um beim Vorstellungsgespräch zu punkten und weiterhin zu überzeugen, gilt es einige Dinge zu beachten. Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Tipps für das Vorstellungsgespräch zusammengestellt.

GRUNDLEGENDE TIPPS ZUM VORSTELLUNGSGESPRÄCH

  • Wählen Sie eine der Branche und Situation angemessene Kleidung. Ein gepflegtes Auftreten ist in jedem Fall ein Muss beim Vorstellungsgespräch.
  • Weniger ist mehr! Verzichten Sie auf starkes Parfum. Sie können nicht wissen, wie Ihr Gegenüber auf den starken Duft reagiert. Unangenehme Gerüche verknüpfen wir mit unangenehmen Situationen und schon haben Sie schlechtere Karten, weil Ihr Interviewer sich nicht wohl fühlt.
  • Wenn Sie Raucher sind: Verzichten Sie auf die Zigarette vor dem Vorstellungsgespräch.
  • Begrüßen Sie Ihr Gegenüber mit einem angemessen festen Händedruck. Damit signalisieren Sie Selbstsicherheit.
  • Wenn mehrere Personen am Gespräch teilnehmen, begrüßen Sie sie in der Reihenfolge Ihrer Position nach. Sprich: Den Geschäftsführer vor dem Personaler. Meistens finden Sie auf der jeweiligen Website Fotos Ihrer Gesprächspartner, sofern Sie Ihnen bekannt sind. Ist Ihnen nicht bekannt, wer welche Position hat, begrüßen Sie nach den üblichen Knigge-Regeln: Die Frau zuerst etc.
  • Nehmen Sie ein Notizheft oder einen Block mit. Hier können Sie sich im Vorfeld Ihre Rückfragen notieren, darauf zurückgreifen und sich während dem Vorstellungsgespräch hin und wieder etwas aufschreiben. Aber Vorsicht! Schreiben Sie nicht alles mit und schauen nur aufs Blatt. Es ist ja kein Diktat, sondern ein Vorstellungsgespräch.
  • Hören Sie aufmerksam zu und fallen Sie Ihrem Gesprächspartner nicht ins Wort.

WAS MÖCHTE DER PERSONALER ODER DER INTERVIEWER EIGENTLICH VON IHNEN ERFAHREN BEIM VORSTELLUNGSGESPRÄCH?

  • Passen Sie in das Team? Wird das Team gut mit Ihnen zusammenarbeiten können?
  • Bringen Sie die benötigten Fähigkeiten für die Stelle mit und haben Sie wirklich verstanden, worum es bei dieser Stelle geht?
  • Wollen Sie wirklich für das Unternehmen arbeiten?
  • Bringen Sie das Unternehmen / dessen Ziele / das Team etc. voran?
  • Was sind Ihre langfristigen Pläne? Decken diese sich mit den Vorstellungen des Unternehmens / Teams?
  • Kann er Sie ruhigen Gewissens einstellen, ohne dass es im Nachgang ein schlechtes Licht auf Ihn wirft?

Psychologische Effekte im Vorstellungsgespräch bewusst machen

Es gibt zahlreiche psychologische Effekte die beim Vorstellungsgespräch passieren, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen. Im Nachhinein wundern wir uns dann, warum wir die Stelle nicht bekommen haben, obwohl das Gespräch so gut lief.

Einige solcher Effekte haben wir für Sie hier gesammelt:

  • Sprechen Sie aus, wenn Sie nervös sind. Zugeben, dass man nervös ist, wird nicht als Schwäche aufgefasst. Es zeigt dem Personalverantwortlichen, dass Ihnen das Vorstellungsgespräch wichtig ist. Auch wenn Sie im Laufe des Gesprächs eine Blockade haben, sprechen Sie es an. Bauen Sie also nicht eine zu coole Fassade auf, diese könnte nämlich vermitteln, dass es Ihnen an Empathie fehlt.
  • Nicht ins Wort fallen und den Gesprächspartner mehr reden lassen. Menschen erinnern sich positiv an Gespräche besonders dann, wenn der eigene Redeanteil hoch war. Achten Sie also darauf, Ihr Gegenüber ausreden zu lassen und sorgen Sie für einen echten Dialog im Vorstellungsgespräch.
  • Sagen Sie nicht „nicht“: Sich selbst vermarkten klingt für uns oft unbescheiden. Vermeiden Sie dennoch solche Redewendungen wie „Ich will ja nicht angeben, aber…“ Damit bewirken Sie nämlich genau das, was Sie eigentlich nicht wollen. Sie klingen dadurch erst recht überheblich und unsympathisch. Stellen sie sich selbstbewusst, ganz ohne Anmoderation, mit Ihren positiven Eigenschaften vor.
  • Machen Sie nette, unaufdringliche Komplimente. Dabei sollen Sie nicht übertreiben oder die Frisur des Interviewers beim Vorstellungsgespräch bewundern, sondern kleine bestätigende Komplimente machen wie: „Das ist super interessant, was Sie mir gerade erzählt haben, weil…“

TYPISCHE FRAGEN IM VORSTELLUNGSGESPRÄCH UND TIPPS FÜR IHRE ANTWORTEN

Jedes Vorstellungsgespräch ist anders und abhängig von der Branche, der Stelle, der Unternehmenskultur und natürlich der Persönlichkeit Ihres Gegenübers. Dennoch gibt es einige Fragen, die Sie erwarten und auf die Sie sich vorbereiten können.

Können Sie etwas über sich erzählen?

Hier bekommen Sie schon die erste Chance, so richtig zu überzeugen. Hier geht es nicht einfach darum, chronologisch Ihren Lebenslauf vorzutragen, vielmehr haben Sie die Möglichkeit auf wichtige Punkte einzugehen, die in der Stellenausschreibung gefordert sind. Zum Einstieg im Vorstellungsgespräch können Sie gern damit anfangen, wer sie sind, wie alt Sie sind und wo Sie wohnen, aber gehen dann z.B. auf Ihr Studium oder Ihre Ausbildung ein sowie Ihre bisherigen Tätigkeiten, Schwerpunkte und Erfolge. Finden Sie eine geschickte Überleitung zu Ihrer jetzigen Situation, in der Sie sich um diese neue Stelle bewerben. Welche Eigenschaften und Qualitäten konnten Sie in der Vergangenheit schon unter Beweis stellen und was zeichnet Sie dementsprechend für diese angebotene Stelle aus?

Warum haben Sie sich bei uns beworben? Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?

Auch hier machen Sie deutlich, welche Erfahrungen Sie schon gemacht haben, die relevant für diese Stelle sind. Gehen Sie gezielt auf die Stellenausschreibung ein und erläutern Sie, was Sie daran gereizt hat, weil Sie in diesen Bereichen Erfahrung haben. Belegen Sie Ihre Erfahrungen hier wieder mit Beispielen aus der Vergangenheit. Versuchen Sie auch einen Zusammenhang zwischen dem Unternehmen / der vermuteten Unternehmenskultur und Ihnen als Person herauszuarbeiten.

Warum möchten Sie Ihren jetzigen Job aufgeben?

Achtung: Hier nicht über Ihren aktuellen Arbeitgeber lästern. Bleiben Sie sachlich und erklären Sie, welche Ziele Sie haben, die Sie jetzt verwirklichen wollen.

Was wissen Sie über unser Unternehmen?

Sprechen Sie nur positives an. Erzählen Sie grundlegend, was das Unternehmen tut sowie über dessen Philosophie und Ziele. In der Regel finden Sie alles dazu auf der Unternehmenswebsite.

Was sind Ihre Stärken?

Sprechen Sie Stärken an, die relevant für die Position sind, auf die Sie sich bewerben. Beachten Sie aber, dass Sie Ihre Aussage belegen. Sie sind nicht einfach teamfähig oder engagiert, sondern Sie erzählen im Vorstellungsgespräch, wo und wie sie Ihre Teamfähigkeit und Ihr Engagement in der Vergangenheit unter Beweis stellen konnten.

Was sind Ihre Schwächen?

Diese Frage wird von Bewerbern oft gefürchtet, weil man immer hört, wie viel man hier falsch machen kann. Unser Tipp, wenn Sie beim Vorstellungsgespräch auf Schwächen angesprochen werden:

  • Versuchen Sie nicht eigentliche Stärken in Schwächen zu verpacken. „Ich bin immer so überpünktlich…“ Personaler kennen solche „Tricks“ und Sie wirken damit weder originell noch authentisch.
  • Wählen Sie nur Schwächen, die nicht als Anforderungen in der Stellenausschreibung aufgeführt sind. Suchen Sie eine Schwäche, die nicht eine essentielle Eigenschaft für die Stelle darstellt.
  • Erklären Sie, wie Sie an Ihrer Schwäche arbeiten. Bsp.: „Es fällt mir schwer vor großem Publikum zu sprechen, daher habe ich während meines Studiums die Chance genutzt und ein Seminar dazu besucht. Jetzt weiß ich, wie ich mich vorbereiten kann, damit die Nervosität sinkt…“

EIGENE RÜCKFRAGEN BEIM VORSTELLUNGSGESPRÄCH STELLEN

Meistens bekommen Sie zum Ende des Vorstellungsgesprächs die Frage gestellt, ob Sie noch etwas wissen möchten. Hier antworten Sie immer mit JA! Wenn Sie nein sagen, vermittelt es den Eindruck, Sie haben kein echtes Interesse an der Stelle und am Unternehmen. Wenn Sie denken, es wurden schon viele Ihrer Fragen im Laufe des Gesprächs beantwortet, sagen Sie das auch. Halten Sie sich aber für diesen Fall noch ein paar Reservefragen bereit.

Was sind geeignete Rückfragen beim Vorstellungsgespräch?

  • Wurde die Stelle neu geschaffen? Warum ist die Stelle vakant?
  • Wie lange hat mein Vorgänger in der Position gearbeitet?
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit dieser Besetzung?
  • Warum arbeiten Sie für dieses Unternehmen?
  • Wie groß ist die Abteilung / das Team?
  • Was macht Ihren besten Mitarbeiter aus?
  • Was hat mein Vorgänger so richtig gut gemacht und wo gab es Verbesserungspotenzial?
  • Wie würde mein typischer Arbeitsalltag aussehen?
  • Gibt es Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit?
  • Wie kann ich mir die Einarbeitungszeit vorstellen?
  • Wie werden Mitarbeiter bei Ihnen gefördert?
  • Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
  • Wer wäre mein direkter Vorgesetzter?
  • Würden Sie mir den vorgesehenen Arbeitsplatz zeigen?
  • Wann denken Sie, werden Sie eine Entscheidung treffen? (Diese Frage sollte man wirklich nur am Ende stellen, wenn man schon einige andere Fragen gestellt hat.)

CASE STUDIES – FALLSTUDIEN IM VORSTELLUNGSGESPRÄCH

In einigen Branchen sind sogenannte Case Studies üblich. Anders als das Assessment Center sind solche Case Studies eher selten vorher angekündigt und können Ihnen im Laufe des Vorstellungsgespräch aufgetragen werden.

Hier gilt die Devise: ruhig bleiben!

  • Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
  • Wenn Sie eine Aufgabe bekommen, schreiben Sie mit und fragen nach weiteren Infos, die Sie evtl. zur Lösung benötigen.
  • Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, wenn sie etwas nicht richtig verstanden haben.

Die Personalverantwortlichen im Vorstellungsgespräch wollen damit herausfinden, wie Sie auf bestimmte Situationen reagieren und wie Sie vorgehen. Oftmals geht es darum, Ihr analytisches Denkvermögen zu testen sowie Ihre Stressresistenz, Ihr logisches Denken und Ihre organisatorischen Kompetenzen. Die 100% richtige Lösung ist nicht ausschlaggebend, um hier zu überzeugen. Wichtig ist, dass Sie am Ende zwar eine Lösung präsentieren, aber vor allem auch den Weg erklären, wie Sie zur Lösung gekommen sind.

Eine Case Study stellt meist ein Problem dar, dem das Unternehmen oder Sie in Ihrer angestrebten Position möglicherweise gegenüber stehen könnte. Eine Case Study kann in schriftlicher Form oder auch als interaktives Frage-&-Antwort-Interview stattfinden.

Sogenannte Case Studies – Fallstudien, sind in einigen Branchen üblich und werden meist nicht im Vorfeld angekündigt. Lesen Sie unten wie solche Fallstudien aufgebaut sein können und wie Sie damit am besten umgehen. 

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